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Der neunjährige Julius geht zwar gerne zur Schule hat aber massive Schwierigkeiten beim Lesen. Er ist auch nervös und klagt oft über Müdigkeit. Bei einem Test im Rahmen der "psychologischen Diagnostik" stellte sich heraus, daß der Bub leistungsmäßig überfordert ist.

Wenn die Schule Probleme macht ...

Liegen die Ursachen bei Julius darin, den Anforderungen in der Schule nicht zu entsprechen, kann der Grund für die Überforderung auch außerschulisch gegeben sein. Streßfaktoren spielen dabei eine Rolle, oder es gibt in der Familie Probleme. Bei Julius wird vielleicht schon Nachhilfe den gewünschten Erfolg bringen. Nicht immer aber lassen sich die Schwierigkeiten auf so einfache Weise lösen.

Fast ein Drittel der Patienten von praktischen Ärzten und Internisten leidet an psychosomatischen Erkrankungen. "Obwohl bei vielen Erkrankungen keine körperlichen Ursachen gefunden werden und psychische Faktoren oft auf der Hand liegen, dauert es im Schnitt rund sieben Jahre, bis diese psychosomatischen Erkrankungen auch in psychischer Hinsicht erstmals diagnostiziert und entsprechend behandelt werden", weiß die klinische Psychologin Mag. Heike Krennmair aus Gunskirchen. Mit Hilfe von Tests und Gesprächen kann sie feststellen, welche seelischen Ursachen einer Erkrankung zugrundeliegen und welche Behandlungsmethode am zielführendsten ist.

Wann sollte man die Diagnostik in Anspruch nehmen? Der Psychologe kann helfen, wenn man zum Beispiel unter Ängsten, depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen oder diffusen Befindlichkeitsstörungen leidet. Auch wenn man sich nicht mehr konzentrieren und sich nichts mehr merken kann, in Schule und Beruf versagt, ist eine psychologische Abklärung zu raten. Der klinische Psychologe gibt Antwort auf Fragen wie: "Worin liegen die Gründe für meine Konzentrationsmängel, meine Atemnot, meine Verwirrtheit und meine Unruhe? Sind dies Zeichen der Überforderung oder bereits Auswirkungen einer schweren Erkrankung?" Auch wird mit Hilfe der Diagnostik die Schulreife von Kindern getestet.

Bei Julius hat Heike Krennmair, die auch in der Schulpsychologie tätig ist, in einem Erstgespräch Informationen über seine Familie und das Umfeld des Buben gesammelt. Ein Test und gezielte Fragen an das Kind zeigten der Psychologin die Gründe für die Leistungsschwäche. Der Befund wurde dann mit den Eltern nachbesprochen und die weitere Vorgangsweise empfohlen.

Auch in anderen Bereichen wird psychologische Diagnostik angewandt. So ist Heike Krennmair gemeinsam mit ihrem Kollegen Norbert Krennmair in der Organisationspsychologie tätig. Während sich Krennmair mit der Struktur einer Organisation und dem Anforderungsprofil an Mitarbeiter beschäftigt, prüft Lehner parallel, ob sich der in Frage kommende Mitarbeiter auch tatsächlich ins bestehende Team einfügen kann. Hilfsmittel sind auch hier psychologische Tests.

Psychologische Diagnostik wird bei ärztlicher Überweisung zum Teil von der Krankenkasse bezahlt: Je nach Fragestellung und Testzeit verrechnet Heike Krennmair zwischen 2.000,- und 4.000,- Schilling, der Selbstbehalt für den Patienten liegt zwischen 700,- und 1.500,- Schilling.

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