Plötzlich an irgendeinem Ort, zu irgendeiner Zeit
ein Duft, gestreut von der Ewigkeit.
Für einen Moment erfüllt ein intensiver Traum
den Gegenwartszeitensphärenraum.
Ein leises Erwachen zerbricht den Zeitenfluß
in diesem Augenblick ist Schluß.
Nun ist da und mehr als nur.
Alles ist voller Genuß,
ein stilles heftiges Beben,
umhüllt und erfüllt,
voll der blumigen Leere
und sogleich
verweht
und
vergeht
die Spur.
Woher
kam
sie nur?
(NOK)
Jeden Tag 24 Stunden.
1440 Minuten, 86.400 Sekunden,
24.000 Atemzüge und doch keine Zeit
für das Leben.
Nur einen Atemzug tun - so schön wie möglich;
nur einen Augenblick ein kleines herzhaftes Lächeln -
jemandem zum Geschenk; nur eine Minute gedankenloses
Denken, um auf die Stille zu hören.
Nur einmal am Tag etwas Verrücktes tun, damit die Verrückten
nicht so
ausgeschlossen sind; nur eine Stunde unwissend sein, damit die Schöpfung
neu in ihren Wundern entstehen kann; nur eine Stunde nichts tun,
nichts vorhaben, damit jemand mich finden kann; einmal am Tag etwas
herschenken mit dem Herzen, einfach loslassen, geben nichts zurück
haben wollen, kein Geschäft.
Nur einmal am Tag jemandem Minister sein, einfach dienen; nur
einmal am
Tag sich wirklich bemühen Blödsinn, zu tun, um die eigene Ernsthaftigkeit
zu lassen, nur eine Minute sich überwinden, etwas zu tun, das man nicht
kann und nicht will, voll Angst und Scham, um zu wachsen.
Doch was soll's. Es ist zu spät, keine Zeit, kein Raum dafür.
Alles läuft heute wie geplant seinem geplanten Ende zu, der Tag ist planiert. Selbst das Schicksal hat sich frei genommen, weil keine Freiheit mehr ist, auch kein Wille. Nur mehr blasse Träume von ungelebten Möglichkeiten. Gelegentlich klopft der Duft an die Tür.
Ein schönes duftendes neues Jahr mit 31.536.000 Augenblicken und Gelegenheiten das Richtige zu tun.
Manchmal macht mir das Menschsein angst. Stell dir vor nur ein - nur ein Augenblick genügt und alles wird ganz anders.
Norbert Krennmair